Psychosen / Schizophrenie

Psychose

Als Psychosebezeichnet man allgemein eine psychischeStörung, bei der eintiefgreifender Wandel im Erleben und Verhalten des Betroffenen feststellbar ist.

Die häufigste Form der nicht-organischenPsychosenist die Schizophrenie

Was ist Schizophrenie?

Die Schizophrenie stellt eine Erkrankung, wahrscheinlich sogar eine Gruppe von Erkrankungen dar, die mit einer Vielzahl unterschiedlichster Symptome einhergeht. Im Vordergrund stehen dabei neben Positivsymptomen (Wahn, Halluzinationen und Desorganisation des Denkens, Sprechens und Handeln) auch Störungen des Affektes und seines Ausdruckes, der Konzentration, der Motivation und des Antriebs, der Genussfähigkeit (Anhedonie), der interpersonellen Beziehungen, sowie der sozialen und beruflichen Rollenerfüllung (sog. Negativsymptome). Nach erfolgter Erstmanifestation kann der Krankheitsverlauf sehr variabel sein und reicht von einer einmaligen Episode mit vollständiger Remission bis hin zu schwersten chronischen Verläufen. Während sich Positivsymptome meist durch eine antipsychotische Medikation erfolgreich behandeln lassen, bleiben negative Symptome und Störungen kognitiver Funktionen nach Abklingen der Positivsymptomatik bis zu einem gewissen Grade oft lebenslang bestehen.

Symptome einer Schizophrenie

  • Wahn
  • Beziehungserleben
  • Halluzinationen
  • Ich-Störungen
  • Desorganisation
  • Denkstörungen
  • emotionale Störungen
  • und viele weitere Beschwerden

Wahn

Als Wahn bezeichnet man Annahmen des Betroffenen über die Umwelt oder sich selbst, die mit der Realität in keiner Weise mehr zum Einklang gebracht werden können. Die häufigste Form wahnhaften Erlebens bei Menschen mit Schizophrenie ist der Verfolgungswahn (“Paranoia”). Dabei haben die Betroffenen z.B. den Eindruck, von anderen Menschen oder Institutionen beobachtet oder verfolgt zu werden.

 Beziehungserleben

Bei dieser Form des Wahns bezieht der Kranke Dinge auf sich, die wahrscheinlich nichts mit ihm zu tun haben. Aus alltäglichen Ereignissen liest er Bedeutungen heraus, die angeblich ihn betreffen.

  • Über Fernsehen und Radio empfängt er Botschaften.
  • Der Mannin der U-Bahn hat ihn vielsagend angeblickt und ihm verschlüsselte Signale gegeben.
  • Auf der Straße stecken die Leute die Köpfe zusammen. Sie tuscheln über ihn.
  • Die Ordnung die CD’s im Plattenladen ist auf ihn persönlich abgestimmt.

Beziehungserlebnisse werden oft feindselig gedeutet, so dass sich die Kranken verfolgt, beeinträchtigt oder abgelehnt fühlen. Damit verschwistert entwickeln sie zuweilen Vorstellungen einer besonderen persönlichen Bedeutung. Dann kann aus dem paranoiden Wahn ein Größenwahn entstehen. Man wird zwar verfolgt, aber nur, weil man eine besondere, herausragende Aufgabe hat.

Trugwahrnemungen / Halluzinationen

Trugwahrnehmungen sind Halluzinationen. Der Kranke hört, sieht, schmeckt etwas, dem kein Sinneseindruck zugrunde liegt. Halluzina­tionen können alle Sinnesgebiete betreffen. Es gibt:
  • akustische Halluzinationen

Akustische Halluzinationen sind am häufigsten. Zu unterscheiden ist das Stimmenhören (Phoneme) vom Hören sonstiger Geräusche (Akoasmen). Stimmen geben entweder Befehle, kommentieren das Verhalten des Kranken, beschimpfen ihn, unterhalten sich über ihn oder lassen sich auf Dialoge mit ihm ein. Zu den Akoasmenzählen Heulen, Jaulen, Zischen, Brummen, Knirschen, Knacken etc.

  • Geruchs- und Geschmackshalluzinationen

Oft werden unangenehme Gerüche halluziniert oder “Gift” im Essen geschmeckt.

  • Berührungshalluzinationen

Der Kranke spürt Berührungen durch unsichtbare Personen oder Missempfindungen wie Stechen oder Brennen, die er dann zuweilen als Folge imaginärer äußerer Einflüsse (z.B. Bestrahlung) deutet.

Bild Hallizinatioen

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich-Störungen

Bei den Ich-Störungen handelt es sich um fehlerhafte Zuordnungen innerseelischer Erlebnisse. Innerseelische Ereignisse werden als von-außen-gemacht erlebt. Das betrifft sowohl Gedanken als auch Gefühle, Motive und Impulse. Zu den klassischen Ich-Störungen gehören:

  • Gedankenlautwerden

Der Betroffene hört laut und wie von außen kommend, was er denkt. Aus dem Gedachten, das ursprünglich als wesenhafter Ausdruck der Ich-Aktivität empfunden wird, wird ein vom Ich Gehörtes. Mitunter hat er auch die Befürchtung, auch andere Menschen könnten seine Gedanken hören. Zwischen dem Gedankenlautwerden und akustischen Halluzinationen gibt es Übergänge.

  • Gedankeneingebung

Der Betroffene empfindet seine Gedanken nicht als die eigenen. Er empfindet sein Denken so, als werde es von außen gemacht.

  • Gedankenausbreitung

Der Betroffene ist überzeugt, dass nicht nur er seine Gedanken wahrnimmt, sondern jeder, der ihm begegnet oder gar die ganze Welt.

  • Gedankenegntzug

Der Betroffene meint, dass ihm andere seine Gedanken, Gefühle und Impulse entziehen.

  • Beeinflussungserleben

Das Merkmal des von außen Gemachten kann sich auch auf Gefühle, Motive und Impulse beziehen. Der Kranke fühlt sich ferngesteuert, was er macht, tut er nicht aus eigenen Stücken, sondern weil ihm der Impuls dazu von außen aufgezwungen wird.

Bild Ich-Störungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen